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Aus toter Palme wird eine Palmen-Bar

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Vor rund eineinhalb Jahren begann eine unserer kanarischen Palmen zu kränkeln. Ihre Fächer wurden innert kürzester Zeit dürr. Der Palmenkäfer war drin, und den Rest besorgte ihr die Asche des Vulkans. Der langen Rede kurzer Sinn: Übrig blieb uns nur der Ananas-förmige Strunk. Doch was tun mit dem tonnenschweren Wrack, umso mehr wir ja unser Haus in ein paar Wochen verkaufen werden? Die Idee: Anstatt das Teil komplett runter zu sägen und den Wurzelstock auszubuddeln, machen wir daraus eine Steh-Bar. Der Schreiber dieser Zeilen sägt denn also den faserigen Strunk nur bis auf rund 1,10 Meter runter.  Doch schon das ist eine wahre Ochsentour. Nicht nur weil der faserige Palmenstrunk die Motorsäge in kürzester Zeit verstopft, sondern auch weil die rausgesägten, käseförmigen Segmente ein enormes Gewicht haben. Endlich ist es geschafft, der Strunk ist waagrecht und rundherum von den Fächer-Stummeln befreit.  Bei der lokalen Holzhandlung bestellen wir sieben 7 Bohlenbretter (90x18x3 c...

Es läuft wieder rund (um die Insel)

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Knapp 11 Monate nach dem Ausbruch des Vulkans Tajogaite auf La Palma und nicht ganz 8 Monate nach dem Ende der Eruption gibt es auch auf der Westseite der Insel wieder eine durchgehende Verkehrsverbindung in den Süden, nachdem die Lava des Vulkans sämtliche Strassen zwischen El Paso, La Laguna und Tazacorte einerseits sowie Puerto Naos und Las Manchas andererseits zum Teil bis zu 60 Meter hoch begraben hatte. Das Herzstück der neuen Verbindung besteht aus einer Notpiste (1), welche zwischen La Laguna und Las Norias über die Lava hinweg trassiert wurde und seit dem 1. August für den Verkehr frei zugänglich ist.  Mit einigen Einschränkungen: Bis in einigen Wochen eine Beleuchtung installiert sein wird, ist die Durchfahrt nur zwischen 06.30 und 22.00 Uhr erlaubt. Es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h (viel mehr wäre bei diesem Geholper gar nicht möglich) und ein absolutes Anhalteverbot. Die Passage ist für Fahrzeuge aller Kategorien erlaubt, hingegen nicht für Fussgänger. Aus...

Raclette-Party zum 1. August (Schweizer Nationalfeiertag)

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Weil der 1. August diesmal auf einen Montag fiel, also einen der Tage, an welchen unser Schweizer Höck-Stammlokal auf La Palma Ruhetag hat, organisierten wir kurzerhand eine Raclette-Party auf unserer Terrasse.  Gleichzeitig eine Art Abschiedsparty von La Palma. Denn es ist nun vertraglich besiegelt: unser Haus hier ist verkauft und wird per 20. Dezember den neuen Eigentümern überschrieben werden. In diesem Zusammenhang noch einen speziellen Dank noch an Heidi Neumeier, welche eine Schweizer Gemeinschaft auf Teneriffa koordiniert, und dabei jedesmal via die Schweizer Botschaft in Madrid für die Schweizer auf Teneriffa und auch für jene auf La Palma die 1. August-Abzeichen der Stiftung Pro Patria organsiert. Diesen traditionellen Anstecker gibt es dieses Jahr zum 100. Mal, deswegen auch das Design in Form der Zahl 100. Hier also ein kleiner Bilderbogen von der kleinen aber feinen Party:

Vulkan-Ausbruch: finales Feuerwerk (wahrscheinlich und hoffentlich letztes Update)

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Bereits in der vergangenen Woche zeigte der am 19. September auf der kanarischen Insel La Palma ausgebrochene Vulkan deutliche Zeichen der Abschwächung. Doch am letzten Sonntag und dem Montag dieser Woche gab er nochmals alles: zwei explosive Ausbrüche, welche den normalen Rahmen einer strombolischen Eruption deutlich sprengten und eher den vulkanianischen Ausbrüchen, wie sie in Indonesien oder Süd- und Mittelamerika vorkommen, zugeordnet werden müssten.  Am Sonntag, 12. Dezember, stieg die einem Kanonenschuss ähnlich hoch geknallte Rauch- und Aschewolke über 5000 Meter in die Luft, so hoch wie während der ganzen dreimonatigen Eruption noch nie. Am Montag, 13. Dezember, wurde das ganze Valle de Arídane nicht nur ein letztes Mal mit Asche, sondern auch mit Schwefeldioxid in hoher Konzentration eingedeckt, so dass 30'000 Einwohner von El Paso, Los Llanos de Arídane und Tazacorte unter Hausarrest bei geschlossenen Fenstern und Türen gestellt wurden.  Wir waren zum Glück auf einer...

Vulkan-Ausbruch – Ende vom Anfang oder Anfang vom Ende? (Wochen-Update 30. 11. bis 6. 12. 2021)

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Nachdem der Vulkan die letzte Woche noch eine enorme Explosivität an den Tag gelegt hatte (Foto oben), ist auf einmal Ruhe eingekehrt. Ab und zu etwas Qualm, ab und zu etwas Gegrummel und kaum mehr spürbare Erdbeben, nachdem vor ein paar Tagen noch Rekordwerte erreicht worden waren (Foto rechts).  Eigentlich ein gutes Zeichen für einen Anfang vom Ende der Eruption. Oder doch nur eine Auswirkung des Neumondes, wie ein unabhängiger kanarischer Vulkanologe argwöhnt? Immerhin endeten die meisten kanarischen Vulkanausbrüche in der Vergangenheit bei +/– 1 bis 2 Tagen um Voll- oder Neumond herum – eine Folge der Gravitationskräfte. Doch, ob es tatsächlich jetzt nach dem Neumond schon soweit ist, oder dann vielleicht erst in 14 Tagen bei Vollmond?  Um dies realistisch abzuschätzen, bräuchte man zusätzlich die Messwerte des Ausstosses von Schwefel-Dioxid (SO2). Doch die werden nun vom staatlichen Krisenstab PEVOLCA, seitdem Kritik an ihrer Genauigkeit geäussert worden waren, strikte un...

Vulkan-Ausbruch mit neuen Hot-Spots (Wochen-Update 23. – 29. 11. 2021)

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Die 10. Woche des Vulkan-Ausbruchs war geprägt von einem extremen Wandel in der Dynamik. Als Folge eines Wassereinbruchs in der tieferen der zwei Magmakammern (diese befindet sich zwischen 30 und 40 Kilometern unter der Erdoberfläche, während die obere zwischen 10 und 15 Kilometern unter uns liegt) verflüssigte sich die Lava, und der Druck im System nahm zu.  Das führte – nach einer Phase der Stabilität – zu heftigen Ausbrüchen abseits des zentralen Kraters. Ende der vergangenen Woche öffnete sich direkt unter einem südwestlich davon gelegenen (längst evakuierten) einzelnen Wohnhaus (A) eine neue Auswurfstelle, aus welcher schnell fliessende Lava strömte. Der neue Strom zerstörte südlich des bereits von Lava bedeckten Gebiets ein Solarkraftwerk, weitere Wohngebiete und den Friedhof der Gemeinde Los Llanos de Arídane (B).  Unterdessen ist dieser Schlot bereits wieder versiegt und der Lavastrom zum Stehen gekommen. Am Sonntag Morgen wiederum explodierte an der Nordostflanke des ...

Der Vulkan gibt noch nicht auf (Wochen-Update 15.– 22.11.2021)

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Wir sind jetzt in der 10. Woche des Vulkan-Ausbruchs, und alles deutet darauf hin, dass die jüngste Eruption auf der Insel nicht nur die stärkste und folgenschwerste der letzten 500 Jahre ist, sie ist drauf und dran, auch in der Dauer eine neue Rekordmarke zu setzen.  85 Tage dauerte 1585 der Ausbruch des Tajuia, wir sind jetzt bei 65 Tagen angekommen, und der Vulkan macht nicht den Anschein, als würde er kurzfristig seine Tätigkeit einstellen, was man noch vor einer Woche aufgrund der Beobachtungen zu hoffen wagte. Mittlerweile erhebt sich der Kraterrand auf eine Höhe von mehr als 1100 m ü.M. Wo noch vor etwas mehr als zwei Monaten ein flach abfallender Hang unseren Horizont markierte, erhebt sich nun ein rund 300 Meter hoher Berg. Nach intensiver Erdbeben-Tätigkeit Mitte letzter Woche intensivierte sich auch der Lärm des Vulkans wieder, und es flossen wieder grosse Mengen an Lava, die sich vor allem in den unteren Bereichen der Lavaströme über noch unversehrte Landstriche ergoss....